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Mitakon 35 f/0,95 für Fuji

Vor Jahren konnte ich mir die Fotografie ohne Zoom nicht vorstellen. Doch mit der Zeit und der wachsenden Erfahrung wuchs in mir der Wunsch nach Herausforderungen. Mit der Fuji XPro2, die Leica für arme Leute, und dem Mitakon 35 f/0,95 habe ich diese gefunden. Die Linse entspricht in etwa einem 50 f/1,4 bei Vollformat und stellt beim Scharfstellen per MF eine echte Herausforderung da. Man wird aber belohnt: Scharf bei Offenblende und sehr scharf ab Blende 4 macht es einfach Spaß, z.B. Personen freizustellen. Ich komme eigentlich von der D800 und besitze das 50er ART von Sigma. Das ist schon mal eine Hausnummer. Bei meinen f/1,4er Objektiven von Fuji habe ich dieses Freistellungsvermögen vermisst, denn die XPro2 ist "nur" eine APS-C-Kamera.

Man muss natürlich klarstellen: Das Mitakon hat auch seine Schattenseiten. Der Blendenring rastet nicht, sondern ist stufenlos. Smooth kann man ihn aber drehen, genau wie beim Scharfstellen. Die Haptik ist stark. Weiterhin vignettiert das Mitakon bei offener Blende etwas, das kann aber auch seinen Reiz haben.

Ansonsten gibt es nichts Negatives zu berichten, außer das das Mitakon Flare-anfällig sein soll. Ich habe mir für 7 Euro eine Metall-Gegenlichtblende gegönnt. Die könnte helfen.

Fazit: Eine Traumkombi, die Fuji und das Mitakon. So ein Objektiv erfordert natürlich eine Einarbeitungszeit, doch dann sind der Kreativität fast keine Grenzen gesetzt. Ich erwische mich oft dabei, extra Hintergründe zu wählen, die im Bokeh schön aussehen könnten. Das Mitakon enttäuscht mich zumeist dann nicht. Ich würde das Bokeh harmonisch nennen.